Wassersport

Das Paradies für Wasserratten auf 1800 Metern
Seitdem der erste Mensch vor rund 7000 Jahren nicht nur Ruder in die Wellen tauchte, sondern dort ein Tuch spannte, wo Wasser und Wind aufeinandertrafen, eröffnet das Segel neue Welten und bietet Erlebnisse der Extraklasse. Inmitten der atemberaubenden Alpenwelt lässt es sich auf dem Segelboot besonders gut entspannen und die majestätische Bergwelt geniessen. Die Seenlandschaft des Engadins bietet zudem ein faszinierendes Kosmos an abwechslungsreichen Wasserabenteuer – von Kite- über Windsurfing, SUP bis hin zur Segelregatta.
Windsurfen
Die ersten Windsurfer:innen tummelten sich bereits in den 70er-Jahren auf dem Silvaplanersee. Denn Silvaplana ist der windsicherste Windsurfspot Europas: Pünktlich um die Mittagszeit schaltet sich der legendäre Malojawind ein und lockt jährlich die internationalen Top-Cracks der Windsurfszene ins Engadin.
Manöver auf dem Surfbrett
Das Windsurfcenter in Silvaplana ist der Dreh- und Angelpunkt der Szene. Neulinge und Fortgeschrittene können bei «Windsurfing Silvaplana» Kurse und erstklassiges Mietmaterial buchen. Das gemütliche Restaurant «Pappaloù» mit seiner einladenden Sonnenterrasse direkt am See lädt zum Verweilen, Plaudern und Flirten ein. Mit Salaten aus dem Garten oder Burger vom Grill wird zudem der Heisshunger nach dem Tanz mit dem Wind gestillt.
Gleich nebenan liegt ein idyllischer Campingplatz, der im Sommer für viele Windsurf-Fans aus Nah und Fern zum zweiten Zuhause wird und für seine herzliche und fröhliche Atmosphäre bekannt ist.
In unmittelbarer Gehdistanz befindet sich auch das Sportzentrum Mulets, welches zahlreiche Sportmöglichkeiten bietet, wenn auf dem See ausnahmsweise Flaute herrscht oder Abwechslung gefragt ist. Eine Revanche an Land ist beim Tennis, Beachvolleyball oder Fussball möglich, während sich Kinder und Junggebliebene auf dem grossen Kinderspielplatz oder im Freestyle Garden austoben können. In Sils, am oberen Ende des Silvaplanersees, betreibt die Windsurfschule einen zweiten Standort. Der Wind ist dort meist schwächer – es ist der ideale Ort für Familien und Anfänger:innen. Und im anliegenden «Beach Club» gibt es feines Essen, einen Spielplatz und Beachvolleyball-Felder.
Der Windsurf-Pionier im Engadin ist Arnoud ‘Noldi’ Missiaen, der in den 1980ern zu den besten europäischen Windsurfern zählte und die Surfszene in- und auswendig kennt. Der ursprüngliche Belgier war auf Anhieb vom konstanten Malojawind und der alpinen Bergwelt des Engadins fasziniert und liess sich im Tal nieder. Vor über 30 Jahren gründete er die Windsurfschule «Windsurfing Silvaplana» und holte das Who is Who der Surfer ins Engadin. Heute führt seine Tochter Sarah die Schule und sein Sohn Steven das Restaurant «Pappaloù» nebenan. Noldi ist jedoch noch immer fast täglich im Windsurfcenter anzutreffen, um Tochter und Sohn zu unterstützen oder um selbst den Malojawind auf dem See zu geniessen.
Der Malojawind ist ein thermischer Wind, der bei Sonnenschein praktisch täglich weht – und das Engadin hat bekanntlich viele Sonnentage. Gegen Mittag zieht er auf und weht bis Sonnenuntergang mit einer Stärke von vier bis fünf Beaufort, was ungefähr 50 Stundenkilometern entspricht. Dieses Naturphänomen macht Silvaplana zu einem der berühmtesten Windsurf-Reviere der Alpen.
Lautlos über dem Wasser
Wing Foilen ist die jüngste und wohl vielseitigste Windsport-Disziplin. Die faszinierende Art des Surfens verbindet die Sportarten Surfen, Windsurfen und Kiten – also die perfekte Kombination. Das Gefühl, über das Wasser zu schweben, fasziniert ungemein.
Wing Foilen gilt als besonders zugänglich: Der Wing ist leicht zu kontrollieren, der Materialaufbau übersichtlich, und bereits bei moderatem Wind sind erste Erfolgserlebnisse möglich. In Silvaplana stehen mit Windsurfing Silvaplana und Swiss Kitesurf erfahrene Schulen und Coaches bereit, die Einführungs- und Aufbaukurse anbieten. Modernes Mietmaterial ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg – ideal für alle, die den Sport ausprobieren oder ihre Technik verfeinern möchten.
Immer häufiger tanzen auch Para-Wings über die Seen. Was auf den ersten Blick an einen Gleitschirm erinnert, ist in Wirklichkeit ein kompakter Mattenschirm mit kurzen Leinen von rund zwei Metern. Das Besondere daran ist, dass sich der Para-Wing in Sekundenschnelle zusammenpacken und platzsparend unter dem Lycra verstauen lässt. So bleiben die Hände frei und der Fokus ganz auf dem Surfen.
Fällt man ins Wasser, ist der Para-Wing ebenso schnell wieder einsatzbereit. Auspacken, in die Luft werfen und schon geht es weiter auf dem Foil. Diese Flexibilität eröffnet völlig neue Möglichkeiten auf dem Wasser und macht den Sport besonders dynamisch.
Auf Hawaii gilt Para-Winging bereits als nächste Evolutionsstufe des Wing Foilens – ob sich dieser Trend auch im Engadin durchsetzen wird, wird sich wohl schon bald zeigen.
Pumpfoilen ist die puristischste Form des Foilens – weder Wind, Wellen noch Motor werden benötigt. Mit gezielten, rhythmischen Bewegungen wird das Foil allein durch Körperspannung und Technik in Schwung gehalten. Einmal im Gleiten, schwebt man lautlos über das Wasser und erlebt ein intensives Zusammenspiel von Balance, Kraft und Flow.
Der Silvaplanersee bietet ideale Voraussetzungen für Pumpfoil-Sessions, besonders in windstillen Morgen- oder Abendstunden. Der Pump Foil Dock, der 2021 eigens für diese Sportart im Hafen beim Camping Silvaplana erbaut wurde, ist Treffpunkt für Einsteiger und Könner.
Segeln
Du möchtest Segeln lernen? Die Oberengadiner Seenlandschaft bietet beste Bedingungen dazu: konstante Winde, erstklassige Infrastruktur, zauberhaftes Panorama. In nur einer Woche kannst du den D-Schein erwerben.
Auf dem Boot
Segeln hat im Engadin eine lange Tradition, schon seit 80 Jahren werden hier zahlreiche Regatten durchgeführt. Kein Wunder, denn der legendäre Malojawind sorgt für herrliche Windverhältnisse von Juni bis Oktober. Es war Ende der 30er Jahre, als der Zürcher-Yachtclub dieses einzigartige Wetterphänomen und das Engadin als Ausweichrevier für seine Regatten entdeckte. Kurze Zeit später, im Jahr 1941, wurde der Segelclub St. Moritz gegründet – und das Engadin etablierte sich zur beliebten Segelregion, die Profis wie auch Einsteigende gleichermassen begeistert.
Der Segelclub St. Moritz bietet auf dem St. Moritzersee verschiedene Segelkurse an, sei es für Fortgeschrittene oder für Neulinge. Und auch für Kinder gibt es spezielle Kurse auf kleinen Bootsklassen. Dank der überschaubaren Grösse des St. Moritzersees ist das Land nie weit weg, und es braucht keinerlei Segelerfahrung, um einen Kurs zu buchen. Da der Wind so gut wie jeden Tag weht, sind Manöver wie Wenden und Halsen schnell erlernt – und in nur einer Woche können Kursteilnehmende die Prüfung zum D-Schein absolvieren.
Das Segeln erlernen kannstdu auch auf dem traumhaften Silvaplaner- oder Silsersee. Die Segelschulen bieten verschiedene Kurse an oder nehmen dich mit auf einen Törn. So ist beispielsweise der Sonnenuntergang auf dem Segelboot ein unvergessliches Erlebnis. Am Silvaplanersee findest du die Segelschule beim Windsurf Center Silvaplana. Am Silsersee liegt der Anlegeplatz für die Segelboote bei Plaun da Lej, einem idyllischen Ort direkt an der Strasse zwischen Maloja und Sils gelegen.
Der Bootssteg ist mit den typischen Segelbooten schon von weitem erkennbar und befindet sich am nördlichen Seeufer zwischen dem Bahnhof St. Moritz und St. Moritz Bad. Im Clubhaus des Segelclubs St. Moritz ist das Restaurant Pier 34 untergebracht, wo die gemütliche Sonnenterrasse nicht nur Skipper zum Après-Segeln einlädt. Nebst den Kursen auf dem Wasser organisiert der Segelclub, der im Sommer 2021 sein 80-jähriges Bestehen feiert, auch jedes Jahr verschiedene Regatten. Ob bei Schweizer-, Europa- oder sogar an Weltmeisterschaften, im Engadin trifft sich regelmässig die internationale Elite der Segelwelt.
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