Via Engiadina

Etappe 1 – Maloja bis Silvaplana

Der Fluss Fedacla rauscht vor dem Hotel Maria in Sils Richtung Silvaplanersee. Die Hälfte der ersten Etappe der Via Engiadina ist bereits geschafft. Hinter einem liegt das idyllische Dorf Grevasalvas, wo einst «Heidi» verfilmt wurde, vor einem die Engadiner Seenlandschaft.

Für die kleine Pause im Dorf von Sils wird die Route bei Sils Baselgia verlassen. Bereits mit dem ersten Schritt über die Türschwelle des Hotel Maria umhüllt einen der wohlige Mantel der Arve. Die «Stüva Marmoré» war in den 1930er-Jahren ein Kolonialwarenladen und später Gründungslokal des Curling Club Sils. Der schwarze Specksteinofen dient nur noch zur Zier, in der Nase stellen wir uns aber den Duft von brennendem Holz vor, das einst manche Stube beheizte. Heute kitzelt der Duft von währschaften Cordons bleus die Nase. Glücklicherweise nistet sich die Hauspezialität bei dieser Wanderung nicht auf den Hüften ein.

Nach der ersten Etappe freuen sich müde Beine auf ein bisschen Entspannung. Und diese finden sie in der «Conrad’s Mountain Lodge» in Silvaplana. Das einstige Hotel Conrad ist mit dem heutigen nicht zu vergleichen. Im Sommer 2018 wurde die Lodge vollständig renoviert und neu eröffnet. Seither dominieren im Innern Holz und Stein und verbinden die raue Bergwelt mit modernem Design. Die einheimische Lärche beispielsweise hat nun in Form von Wandverkleidung, Bett und Sauna ein neues Zuhause gefunden.

Etappe 2 – Silvaplana bis Celerina

Auch wenn das Bergrestaurant Trutz bei der Bergstation Suvretta-Randolins keine typische Stüva aufweist, auf der Via Engiadina führt kein Weg an ihr vorbei – und das ist auch gut so. Denn egal, ob von der Sonnenterrasse oder von innen – die Aussicht über die Oberengadiner Seenlandschaft könnte nicht besser sein. Das Gasthaus gehört zum Suvretta House, das bereits auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblickt. Mit der Aussicht im Blick und einer Gerstensuppe, Polenta oder einem Kaiserschmarren auf der Zunge möchte man noch lange hier verweilen. Die zweite Etappe endet aber erst in Celerina, ein paar Höhenmeter gilt es noch zu überwinden. Wenigstens mit einem guten Gefühl und vollem Magen.

Nachdem man den höchsten Punkt der Wanderung erreicht- und den tiefblauen Naturspeichersee Lej Alv passiert hat, folgt die Bergstation Marguns. Von hier führen zwei Wege ins Tal. Entweder gemütlich, mit der Gondelbahn oder zu Fuss über die leichte Schotterstrasse bis ins Dorf.

Etappe 3 – Celerina bis Bever

Die dritte Etappe führt über einen Höhenweg oberhalb von Celerina zur Alp Muntatsch. Unterwegs eröffnet sich immer wieder das weite Panorama auf die umliegenden Berggipfel. Bei der Alp Muntatsch lohnt es sich, eine Pause einzulegen und den hausgemachten Kaiserschmarrn zu geniessen. Gestärkt gehts nun talwärts durch einen Lärchenwald, mit Blick auf das Treiben am Flughafen von Samedan. Mit etwas Glück können auch Gämsen beobachtet werden. Im Talboden angelangt, überquert man den Beverin und erreicht das verträumte Dorf Bever.

In Bever erwartet Sportbegeisterte ein ganz besonderes Hotel: Die Bever Lodge. Mitten im Herzen einer Landschaft voller Loipen, Wanderwege und Singletrails. Hier trifft aktive Erholung auf modernes Design und nachhaltige Architektur: Herzlich willkommen im ersten modularen Hotel aus Holz der Schweiz.

Etappe 4 – Bever bis Zuoz

Eigentlich sieht die Via Engiadina in La Punt keine Pause vor, aber ein Abstecher lohnt sich dennoch - vielleicht sogar über Nacht. In der altehrwürdigen Krone - Säumerei am Inn erwartet die Gäste ein junges Team mit einer aufregenden und vielfältigen Küche. Das Gastgeber-Ehepaar Natacha und James Baron bringt internationale Ausstrahlung ins Bergdorf La Punt. James Baron kocht auf höchstem Niveau und verbindet dabei alpine Traditionen mit modernen Einflüssen. Beste Produkte aus dem gesamten Alpenraum, kombiniert mit einer internationalen Note. Tagesüber leichtfüssig und unkompliziert, am Abend überschwänglich im Gourmet Restaurant. Neben den Tellern ist auch das Interieur eine Augenweide. Mit dem Aus- und Umbau wurden die «Ruch und Partner Architekten» beauftragt. Sie kombinierten einheimische Massivhölzer wie Arve, Lärche und Ahorn und schufen damit ein architektonisches Gesamtkunstwerk.

Etappe 5 – Zuoz bis Zernez

Nicht ganz auf der letzten Etappe gelegen, aber einen Abstecher wert: das Veduta in Cinuos-chel (Gemeinde S-chanf). In der Stube von Gudench und Sabrina Campell riecht es nicht nur nach heimeligem Holz, sondern auch nach feinen Capuns und Bündner Gerstensuppe. Im Herbst tischt Gudench gerne sein erlegtes Wild auf und serviert auch gleich die Geschichte dazu. So haben Wanderfreunde nicht nur die nötige Energie für die letzten Kilometer, sondern auch gleich den passenden Gesprächsstoff und das Wissen, um in Nationalparknähe gar einen Hirsch zu erspähen oder zumindest im Herbst röhren zu hören.