Schlitteda

Aus einer Zeit, in der Pferdeschlitten den Alltag bestimmten, entstand ein Brauch voller Romantik. Die Schlitteda verbindet Vergangenheit mit Gegenwart und schafft einen Moment voller Wärme an kalten Wintertagen.
Der romantischste Oberengadiner Winterbrauch
Wenn im Engadin der Schnee in der Sonne glitzert und die Luft klar und kalt durch die Täler zieht, gehört die Schlitteda zu den stimmungsvollsten Traditionen des Winters. Pferde ziehen kunstvoll geschmückte Schlitten durch die verschneiten Dörfer, begleitet vom rhythmischen Klang der Hufe auf dem gefrorenen Boden und dem leisen Knirschen des Schnees.
In der Vergangenheit war die Schlitteda eine besondere Gelegenheit, die Liebe zu finden, denn der Kontakt zwischen den Dörfern war damals begrenzt. Umso bedeutender war dieses winterliche Zusammentreffen. Einmal im Jahr begegneten sich junge Frauen und Männer aus den verschiedenen Oberengadiner Dörfern, lernten einander kennen und verbrachten gemeinsame Stunden im Schnee.
Und wenn der Funke übersprang, wurde aus einem flüchtigen Blick ein leiser Augenblick voller Bedeutung. Dann stellte der junge Mann die langersehnte Frage: «Willst du mit mir zur Schlitteda gehen?»