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Der Traum vom ewigen Winter

Tiefschnee ist sein Element und er kennt nur eine Jahreszeit

Der Traum vom ewigen Winter

Tiefschnee ist sein Element und er kennt nur eine Jahreszeit: Winter! Der Profi-Freerider Lucas Swieykowski pendelt zwischen dem Engadin und Argentinien. Sein Lieblingsberg: der Corvatsch.

Lucas stapft durch den tiefen Schnee, sein Atem geht schwer. Um einen unberührten Hang zu erreichen, läuft er über einen langen Bergrücken. Endlich hat er den Einstieg erreicht. Vorsichtig blickt er in den Abgrund. Der Schnee schaut perfekt aus, pulvrig und tief, so wie er es liebt. Bevor Lucas losfährt, überprüft er seine Ausrüstung: Lawinenairbag ist einsatzbereit, Brille sitzt, Skischuhe sind eng geschlossen. Nochmals tief durchatmen und hinein in den unberührten Schnee.

Hier am Corvatsch kennt sich der 37-Jährige aus. Er liebt diesen hoch¬alpinen Berg, seine steilen Flanken, die verspielten Mulden und langen Abfahrten. «Ich finde alle skitechni¬schen Herausforderungen, die ich suche. Und was mich immer wieder über¬wältigt, ist der Blick über die Seenland¬schaft», sagt Lucas. «Im Frühwinter, wenn die Seen noch nicht zugefroren sind, erinnert mich die Szenerie an die Fjordlandschaft in Norwegen.»

Lawinenkurs im Engadin St. Moritz

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Die Kunst, den Schnee zu lesen

Lucas setzt seine Turns präzise und druckvoll, so dass möglichst viel Schnee aufwirbelt. Seine Fahrt durch das lange Couloir endet mit einem lauten Jauchzer und direkt bei einem Sessellift, wo er auf andere Freerider trifft, die ihm zur schönen Line gratulieren. Sie tauschen sich aus, über bereits gefahrene Runs, die Konsistenz des Schnees, die Einschätzung der Lawinengefahr. Rund 30 Zentimeter Neuschnee sind in den vergangenen beiden Tagen gefallen, oben auf 3300 Metern auch mehr.

Der professionelle Freerider studiert täglich verschiedene Wetterberichte, Niederschlagstabellen und das Lawinen¬bulletin. Wo ist der Schneefall am in¬tensivsten? Aus welcher Richtung bläst der Wind? Wie verhalten sich die Temperaturen? Solche Fragen beschäfti¬gen Lucas pausenlos. «Denn ein guter Powdertag beginnt mit einer guten Vorbereitung», weiss er. Am Berg drehen sich die Fragen in seinem Kopf weiter: Stimmen die Vorhersagen mit meinen Beobachtungen überein? Was verra¬ten mir die Strukturen auf der Schneeoberfläche? Gab es spontane Lawinen¬abgänge? Der Profi analysiert: «Der Wind war weniger stark, als erwartet – und das ist gut», sagt er auf Englisch.

Skifahren geht über Studieren

Geboren ist Lucas Swieykowski in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Skifahren hat er früh gelernt, da er mit seiner Familie regelmässig Ferien in Bariloche verbrachte, dem wohl bekann¬testen Skiresort Südamerikas. Als Lucas elf Jahre alt war, zog die Familie fest nach Bariloche, und Skifahren wurde zu seinem bestimmenden Lebensinhalt. Er engagierte sich im lokalen Alpenclub und absolvierte bald alle Stufen der argentinischen Skilehrerausbildung.

Nach dem Highschool¬-Abschluss ging Lucas nach Schweden, wo sein Gross¬vater längere Zeit gelebt hatte. Wie sein älterer Bruder beabsichtigte er, in Lund zu studieren. Doch er merkte, dass dies nicht sein Weg war. Er wollte skifahren und so seinen Lebensun¬terhaltverdienen. Um auch während des argentinischen Sommers als Ski¬lehrer zuarbeiten, reiste er in die nörd¬liche Hemisphäre. Zuerst in die USA, dann nach Kanada, später nach Europa, Frankreich, Österreich, Andorra. Und schliesslich ins Engadin, wo er seine zweite Heimat fand.

Mit einem Barjob ging’s los

Doch auch der Skilehrerberuf gab ihm nicht die Befriedigung, die er suchte. Er wollte noch mehr für sich selber Skifahren und dazulernen, im Tief¬schnee und freien Gelände, wo das Abenteuer wartet. Und er träumte von einer Karriere als Freerider. Lucas sagt über sich: «Wenn ich nicht draus¬sen in den Bergen sein kann, werde ich mit der Zeit komisch. Ich muss die Elemente spüren: den Wind, die Kälte, Schnee, der mir ins Gesicht spritzt. Und das Gefühl, durch tiefen Pulver¬schnee zu gleiten und eine Bergflanke kontrolliert zu befahren, ist einfach unvergleichbar.»

Der Zufall wollte es dann, dass ihm ein Freund einen Job in St. Moritz beschaff¬te– nicht als Skilehrer, sondern in einer Bar. Seither verbringt Lucas jeden Winter im Engadin. «Die Magie dieses Tals hat mich sofort gepackt: schöne und mächtige Berge, dazu eine her¬vorragende Bahninfrastruktur, die dich mitten ins Hochgebirge führt. Die Möglichkeiten, um guten Schnee und lange Abfahrten zu finden, sind hier schier endlos.»

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Skifahren langweilig? Niemals!

Sein erster Winter im Engadin war zugleich das Sprungbrett für seine Karriere als professioneller Skifahrer. Er erhielt die Gelegenheit, mit den besten Freeridern der Welt am Event Engadinsnow teilzunehmen. «Wir seilten uns damals aus der Corvatsch¬-Gondel ab, direkt ins felsdurchsetzte Austragungsgelände. Das war verrückt», erinnert er sich. Bald folgten Sponso¬rendeals und Lucas fing an, die Ski¬welt zu bereisen und Filmprojekte zu realisieren. Das Engadin bildete dabei seine Winterbasis. «Ich war in Japan, Alaska, Russland; und jedes Mal, wenn ich wieder zurück im Engadin war, staunte ich, wie gut und schön dieses Tal zum Skifahren ist.»

Den Sommer verbringt Lucas jeweils im Winter von Bariloche. «Hier habe ich Familie, Freunde und ein Haus.» In Argentinien arbeitet er nach wie vor als Skilehrer und immer häufiger als Bergführer; auch diese anspruchsvolle Ausbildung hat er mittlerweile erfolg¬reich durchlaufen. So lebt Lucas den Traum vom ewigen Winter. Skifahren das ganze Jahr, wird das nie langweilig? «Nein! Denn ich finde immer einen neuen Aspekt und entwickle mich stets weiter. Heute schaue ich Berge ganz anders an als noch vor zehn Jahren. Als ich beispielsweise zum ersten Mal den Piz Palü sah, dachte ich, da geh ich nie hoch. Inzwischen war ich schon mehrmals oben und fuhr mit den Skiern hinunter.»

Oben am Corvatsch bereitet sich Lucas auf seinen nächsten Run vor. Er steht vor dem legendären Furtschellas Couloir. Hier ist er schon dutzendfach hin¬untergebrettert, trotzdem ist es für ihn jedes Mal ein neues Gefühl. «Der Schnee ist immer anders. Darum weiss man nie genau, was einen unterwegs erwartet. Genau darum bin ich Freerider», sagt Lucas und verschwindet im Pulver-schnee.

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