Ambitionierte Bergsportler haben meist etwas gemeinsam: es darf gut und gerne noch etwas höher, schneller und weiter sein. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist nicht immer ganz einfach, weshalb wir uns glücklich schätzen, uns von der reichen Schatzkammer der Engadiner Wanderwelt bedienen zu können. Denn hier findet sich alles, was das ambitionierte Wanderherz höher schlagen lässt: Mehrstündige Wanderungen, steile Anstiege, viele Höhenmeter und unschlagbare Weitblicke.
Mit der rund 6-stündigen Passwanderung von Maloja über den Pass Lunghin nach Casaccia im Bergell entscheiden Sie sich für eine der faszinierendsten Bergrouten der Alpen. Der Anblick wilder Geröll- und Schutthänge sorgt für wohlige Gänsehaut, die idyllischen Bergbäche und -wiesen wiederum lassen dem Wanderer das Herz aufgehen. Auf der Passhöhe gibt es eine weitere Besonderheit zu bestaunen, denn dort finden Sie die einzige dreifache Wasserscheide Europas vor: Zum Schwarzen Meer via Inn und Donau fliesst das Wasser gegen Osten, in den Nordwesten mündet es in die Julia, den Rhein und schliesslich in die Nordsee, während der dritte Arm sich Richtung Südwesten streckt, zunächst als Maira in den Comersee, dann via Po ins Mittelmeer.
Für ehrgeizige Wanderer bietet sich auch die etwa 5-stündige Tour von Madulain über die Chamanna d’Es-cha nach La Punt an. Der steile Aufstieg führt zunächst durch den Wald und über saftige Alpweiden zur Alp Es-cha Dadour, bevor der Weg in die Val Müra und hoch zur Chamanna d’Es-cha führt. Oben angekommen bezaubert der Blick über das Engadin, denn die Hütte liegt wie ein Balkon über dem Hochtal, flankiert vom mächtigen Piz Kesch im Rücken.
Die lange Wanderung vom St. Moritzer Hausberg Piz Nair zur Chamanna Jenatsch bis nach Bever führt durch ein geologisch interessantes Gebiet. Bevor Sie die anspruchsvolle Wanderung unter die Füsse nehmen, geniessen Sie auf dem Piz Nair, welchen Sie bequem per Bergbahn erreichen, eine der spektakulärsten Aussichten über das Engadiner Seenplateau und die eindrückliche Bergwelt. Die abwechslungsreiche Tour führt zunächst zur höchstgelegenen Berghütte Graubündens, der Chamanna Jenatsch, wo Sie für den weiteren Weg Energie tanken können. Entlang des rauschenden Baches Beverin gelangen Sie schlussendlich ins märchenhafte Val Bever, von wo Sie die Rhätische Bahn wieder zu Ihrem Ausgangspunkt zurückbringt.
Für welche Route Sie sich auch entscheiden, Sie sollten unbedingt über Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verfügen, sobald Sie die rot-weiss markierten Pfade verlassen und sich in hochalpines Gebiet begeben.