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Wasserweg «zu den sechs Lejins», Furtschellas

Eine märchenhafte Rundwanderung entlang sechs kristallklaren Bergseelein.

«Begleite unsere kleinen Wanderfreunde auf der Wanderung durch die Bergwelt», weist der alte Berg Corvatsch den naseweisen Bergkobold an. «Nimm den Wasserweg zu meinen sechs blauen Seen.» - «Wow, den Wasserweg? Ehrlich? Maximel! Den wollte ich immer schon einmal gehen Grandius! Endlich passiert mal was Aufregendes!»

Begeisterung steckt an und schon der Beginn der vergnüglichen Geschichte «Plitsch und Platsch» mit der Bergfee Herzeleid und dem Kobold Naseweis macht Lust auf diese grossartige Familienwanderung. Mit nur rund 2.5 Stunden Wanderzeit ab und zur Furtschellas Bergstation ist diese Entdeckungstour durch die Natur für Gross und Klein bestens geeignet. Stets begleitet durch die lehrreichen Erläuterungen der kleinen Fee und Naseweis’ übermütigen Kommentaren vergeht die Zeit wie im Flug. Sie öffnen den Wanderern die Augen für Eigenheiten der sechs Bergseen und plaudern aus dem Nähkästchen der Engadiner Flora und Fauna. Das Büchlein mit der Geschichte liegt an der Tal- und Bergstation aus und auch als Podcast auf unserer Webseite (oder wo?) verfügbar.

Und hier sind sie nun - die Sechs auf einen Streich:

Lejin Cristal

Der Lejin Cristal begrüsst die Wanderer als erster See am Wasserweg. Was für ein wunderbarer Auftakt! Neben den heilenden Kräften, die Kristallen nachgesagt werden, sind sie auch einfach nur wunderschön anzusehen. Während die seltenen Funde in den Bergen meist milchige, teils mit Chlorit grünlich gefärbte Kristalle sind, finden sich auf dem Übergang von Grialetsch zu den Furtschellas (genauer gesagt: auf beiden Hangseiten und bei Curtinella) auch kleine wasserklare Steine. Eine echte Seltenheit!

Lejin Magnetit

Beim halbmondartigen Magnetitsee ist die Wandersfamilie auf 2646 m ü. M. und somit am höchsten Punkt des Wasserwegs angelangt. Während der Kobold Naseweis in der Geschichte sofort annimmt, das Wasser sei magnetisch, gibt ihm Herzeleid nur teilweise recht: «Weniger magnetisch, eher magisch», erklärt sie ihm. «Der Magnetit hilft bei Entscheidungen, die richtige zu finden. Er gibt dem Mensch Kraft, seinen eigenen Weg im Leben zu gehen und glücklich zu werden.» Aber tatsächlich sind die Magnetitkristalle im Gestein am Grund des Sees oft so dicht nebeneinander eingebettet, dass tatsächlich Magneten daran haften bleiben könnten. So verhelfen sie Menschen auch zu mehr Bodenständigkeit. Eine wahre Kraftquelle also!

Lejin Malachit

Der Malachit ist ein begehrter Schmuckstein, der durch den Schliff in den schönsten Grüntonen funkelt. Auch der grösste Lejin schimmert inmitten der blühenden Alpwiesen wie ein grünlicher Spiegel. Schon im Altertum glaubten die Menschen an seine Wirkung als Stein der Zuversicht und Harmonie, auch in der Medizin wurde er in Pulverform häufig verwendet. So soll z.B. das auch Hebammenstein genannte Kupfermineral Gebärenden Linderung bringen.

Lejin Rhodonit

«Der Name», erklärt die kleine Fee Herzeleid, «kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet ‘Rose(nduft)’. Er kommt bei uns an der Furtschellas-Grialetsch-Flanke, die zum Fextal hin abfällt, in der Umgebung des oberen Ragbiusa-Bachs, an den Chastelets und am Crap dallas Ravulaunas vor.» Doch bevor sich die Wanderer Hoffnung machen, mit einem ganzen Korb dieses zauberhaft himbeerrote Mangansilikats ins Tal zurückzukehren, fügt sie hinzu: «Trotzdem ist es eher selten.» Neben seiner Schönheit verfügt Rhodonit auch über Wund- und Narbenheilungskräfte. Er wirkt schmerzlindernd und wirkt sogar bei Traumata beruhigend. Mit anderen Worten: ein «Erste-Hilfe-Stein».

Lejin S-chaglia

Auch wenn Schiefer streng genommen kein Mineral an sich ist, sondern sich aus verschiedenen Mineralien wie Quarz, Biotit und Paragonit zusammensetzt, verdient dieser kleinste der sechs Seen diesen Namen. Es schimmert nämlich genauso hell silbrig bis grünlich wie das Schichtgestein. Im Engadin sind die Schieferziegel für Häuserdächer als Fexer Platten bekannt.

Lejin Epidot

Die hochglänzenden braun-schwärzlichen oder grünen Kristalle des Epidots sehen mit ihrer stängeligen Form recht kurios aus. Als «grüner Rasen» füllt es die Felsspalten im Gebiet Furtschellas-Grialetsch. Ihm werden leistungssteigernde und immunstärkende Kräfte zugesprochen. Nachdem die Wanderer noch einmal ihren Blick über das beeindruckende Panorama mit dem Piz da la Margna – dem «Wächter des Oberengadins» - schweifen lassen, machen Sie sich auf den Weg zur Bergstation Furtschellas, ca. 150 m unterhalb des Lejin Epidot.

Zum Schluss lassen wir nochmals Naseweis zu Wort kommen: «Hammer! Danarischem! Maximel bunischem! Ich hoffe, unseren Wanderfreunden hat es so viel Spass gemacht wie mir!»

Wasserweg «zu den sechs Lejins», Furtschellas



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